Naturerbe

Karakalpakstan hat eine herrliche und äußerst vielfältige Natur. Sie ist gekennzeichnet durch überwältigende Landschaften, reiche Naturschätze und eine üppige Flora und Fauna. Mehr als 400 Tierarten und tausende höhere Pflanzen leben auf dem weiten und schönen Gebiet Karakalpakstans.

Die Natur von Karakalpakstan hat dank ihrer einzigartigen Landschaften einen unverwechselbaren Charakter. Eine davon ist das prächtige Amudarja-Delta, eine zweite der nordwestliche Teil der Kysylkum-Wüste mit ihren Mittelgebirgen, und schließlich gibt es noch den vollkommen ebenen östlichen Ausläufer der Gipswüste im Ustjurt-Plateau.

Das Amudarja-Delta ist für seine Baum- und Strauchwälder (Tugai) und Schilfflächen bekannt. Sie versorgen den Boden mit Feuchtigkeit und wuchsen früher entlang der ausgedehnten Unterläufe des Amudarja. Dazu gibt es im Delta zahlreiche Kanäle, kleine Seen und Feuchtgebiete.

Die Kysylkum-Wüste ist durchzogen von den charakteristischen trockenen und lehmigen Flussbetten ehemaliger Nebenflüsse von Amudarja und Syrdarja. Heute sind sie zur Hälfte mit Sand bedeckt. Vor nicht langer Zeit wuchs die Kysyskum-Wüste im Nordwesten mit der neugebildeten Aralkum-Wüste zusammen. Zusammen umfassen sie das gesamte Gebiet des Inselrückens, von den Muinak-Bergen (Moʻynoq) im Süden bis zur Halbinsel Kulandiy im Norden.

Aus geografischer Sicht ist das Ustjurt-Plateau eine massive Hochebene mit einer Höhe von bis zu 300 Metern und mehreren, nun trockenen, Entwässerungsgebieten. Die berühmtesten sind Barsakelmes und Assake-Audan.

Jeder der oben genannten Naturräume hat seine eigene Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die typisch sind für Flusstäler, Sand- und Gipswüsten. Die Tierwelt des Ustjurt-Plateaus zeichnet sich beispielsweise durch verschiedene Arten von Eidechsen und Schlangen aus. Zu unterschiedlichen Jahreszeiten wird das Plateau zur Heimat für 200 Vogelarten. Die Kysylkum-Wüste wird von einer großen Zahl von Nagetieren und Reptilien bewohnt. Hier finden Sie den Saxaulhäher, einen Vogel, der ausschließlich sandige Wüsten wie die Kysykum bewohnt.

Karakalpakstan hat ein äuβerst kontinentales Klima. Es ist geprägt durch trockene, heiße Sommer und kalte, meist schneefreie Winter. Die Niederschlagsmengen sind äußerst gering und entstehen meist im Winter und Frühling. Solche klimatische Bedingungen fordern von der Tierwelt eine bestimmte Lebensweise. Sie beeinflussen insbesondere die Tiere der Wüstenregionen. Jede Tierart passt sich auf individuelle Weise an den Mangel an Feuchtigkeit und die extreme Hitze an. Einige sind nachtaktiv und nutzen den Tag um in Erdlöchern oder eingegraben im Sand, der Sonne zu entfliehen. Durch den Wassermangel trinken einige Tiere überhaupt kein Wasser mehr. Pflanzenfresser nehmen ihren Feuchtigkeitsbedarf über Pflanzen auf, während Raubtiere das Blut ihrer Opfer trinken. Einige Vertreter der Tierwelt sind besonders im Frühling aktiv und fallen im Sommer in einen Ruhezustand.

Hinsichtlich seiner Naturschätze, ist Karakalpakstan ein reiches Land. Es besitzt große Vorkommen an Gas, Eisen, Phosphaten, Bentonit und Porzellanerden, Natriumchlorid (Kochsalz) und Natriumsulfat, Granit und Marmor. Das Gebiet ist zudem reich an Porphyrgestein, welches für die Herstellung von Bruchstein, Schotter und wasserbindendem Zement verwendet wird.

Die Republik Karakalpakstan hat drei Naturschutzgebiete. Sie umfassen das Staatliche Biosphärenreservat unterer Amudarja, 1971 im Distrikt Beruniy eingerichtet, das Staatliche Reservat Saigachi und das Staatliche Vogelschutzgebiet Sudoche. Letzteres wurde 1991 im Distrikt Muinak (Moʻynoq) eröffnet.