Koj-Krylgan-kala

Koj-Krylgan-kala (Qoy Qırılg’an Qala) ist eine von nur wenigen großen, vollständig ausgegrabenen antiken Stätten in Karakalpakstan. Die Festung unterscheidet sich von ähnlichen Monumenten durch ihre originelle Gestaltung. Ursprünglich war sie ein rundes, zweistöckiges Gebäude, das von einer doppelten Ringmauer mit Türmen und Zinnen verstärkt wurde. Darüber hinaus war die Festung Koj-Krylgan-kala von einem 15 Meter breiten und 3 Meter tiefen Graben umgeben.

Wissenschaftler glauben, dass Koj-Krylgan-kala ursprünglich eine heilige Stätte zur Beobachtung der Gestirne darstellte. Sie könnte dem Stern Fomalhaut gewidmet gewesen sein.

Zu Beginn zeichnete sich Koj-Krylgan-kala (4.-3. Jahrhundert v. Chr.) durch die monumentale Größe insbesondere des Hauptgebäudes aus, durch ein hochentwickeltes Verteidigungssystem, und große Vorratsräume. Lebensmittelvorräte wurden in Getreidegruben oder Behältern aufbewahrt und manchmal versiegelt. Leider sind diese Räume nicht mehr erhalten.

Dennoch gibt es viele archäologische Funde aus der frühen Koj-Krylgan-kala, etwa kunstvolle Keramik, darunter eine mit Darstellungen mythologischer Szenen, Räuchergefäße, Stufenaltäre und Terrakottafiguren, von denen einige Gottheiten aus dem choresmischen Pantheon abbildeten. Während des langen Zeitraums, in dem die Stätte verlassen war, konnten die Menschen dennoch ihre kulturellen Traditionen bewahren. Die antike Stätte wurde in dieser Periode als Beinhaus verwendet.

Neue außenliegende Ringkonstruktionen (1. Jahrhundert v. Chr. – 4. Jahrhundert n. Chr.) umfassten voneinander getrennt liegende Wohnanlagen, separate Küchen und Speisekammern, sowie Räume für religiöse Zeremonien mit verschiedenen Sufs und Feuerstellen.

Statuen aus Terrakotta und Alabaster, Verzierungen auf keramischen Gefäßen, modellierte Keramikurnen und Beinhäuser, Fragmente von Wandmalereien wie auch Siegel aus Stein, die während diverser Ausgrabungen entdeckt wurden, sind Vertreter der einzigartigen Kunst, die sich im alten Reich der Choresmier ausbreitete. Die Funde umfassen auch einige antike Schriftdokumente aus Zentralasien.