Über Karakalpakstan

Karakalpakstan ist ein Land mit uralter Kultur. Viele seiner historischen Denkmäler stammen aus der Antike und dem Mittelalter. Die Völker der Karakalpaken, Usbeken, Kasachen und Turkmenen, welche die Region südlich des Aralsees bevölkern, besitzen ein reiches kulturelles Erbe mit archäologischen und architektonischen Monumenten, traditionellen Handwerkskünsten, einer vielfältigen Folklore, pulsierenden Volksfesten und lebendigen Ritualen und Traditionen. Neben den antiken und mittelalterlichen Monumenten finden Sie hier auch einzigartige Naturschauplätze. Eine äußerst abwechslungsreiche Landschaft – das Ustjurt-Plateau, die Kysylkum-Wüste, das Delta des Amudarja – zählt ebenso dazu, wie eine Vielzahl an Naturdenkmälern – darunter das Staatliche Biosphärenreservat unterer Amudarja, berühmt für den Bucharahirsch (Tugai-Hirsch), genannt Khangulu („Blume des Königs“); und der Versteinerte Wald aus dem Zeitalter des Karbon auf der Koktscha-Höhe. Die Museen von Karakalpakstan, insbesondere das Staatliche Museum der Künste, benannt nach I.V. Sawitsky, genießen ebenfalls reges Interesse aus dem Inn-und Ausland.

Um das kulturelle Erbe zu erhalten, wird die Wiederbelebung traditioneller Handwerkstechniken aktiv unterstützt. Zusätzlich werden notwendige Maßnahmen zum Erhalt und der Förderung von archäologischen Monumenten unternommen. Die Öffentlichkeit erfreut sich an nationalen Bräuchen, wie Festen mit Spielen und Darbietungen zu Pferde, dem Ringkampf Kurasch sowie an Ziegen- und Hahnenkämpfen.

Die Touristenroute „Der Goldene Ring des antiken Choresmien“ hat sich zu einer beliebten Attraktion entwickelt. Sie führt zu den wichtigsten Zentren der antiken Kultur Choresmiens: die Siedlung Toprak-kala, eine Residenz der choresmischen Schahs im 2. bis 3. Jahrhundert v. Chr.; die Siedlung Kyat, heute als Beruniy bekannt und im frühen Mittelalter die Hauptstadt von Choresmien; Gurgandsch, gelegen im turkmenischen Köneürgenç, die hochmittelalterliche Hauptstadt von Choresmien; und die Oase Chiwa in der Region Choresmien, die spätmittelalterliche Hauptstadt.

Umweltkatastrophen in der Region um den Aralsee haben seit den 1960er Jahren die Lebensbedingungen der örtlichen Bevölkerung dramatisch verschlechtert. Ironischerweise wurde durch die Folgen ebenjener Verschmutzungen das Interesse von Ökotouristen für die Region geweckt.

Aufgrund der besonderen ethnografischen Zusammensetzung der Aralseeregion, besitzt Karakalpakstan zudem ein großes Potenzial für einen Ausbau des Ethnotourismus.

Das Erbe von Karakalpakstan nimmt in den Kulturen dieser Welt einen einzigartigen und besonderen Platz ein und genießt bei Forschern und Touristen gleichermaßen steigende Beliebtheit.

Karakalpakstan liegt im Nordwesten Usbekistans an den Unterläufen des Amudarja und entlang des südwestlichen Aralseeufers. Die Region grenzt im Norden und Westen an die Republik Kasachstan, im Osten an die Region Navoiy, an Choresmien und Buchara im Südosten und im Süden an die Republik Turkmenistan.


  • Gesamtgebiet – 166.600 Quadratkilometer.
  • Bevölkerung – über 1,7 Millionen Menschen. Karakalpaken, Usbeken und Kasachen stellen die Mehrheit der Gesamtbevölkerung. Über 90 weitere ethnische Gruppen leben auf dem Gebiet.
  • Amtssprachen – Karakalpakisch und Usbekisch; die Mehrheit der Bevölkerung spricht außerdem Russisch.
  • Karakalpakstan ist eine autonome Republik mit einer parlamentarischen Regierung innerhalb der Republik Usbekistan. Sowohl die karakalpakische, als auch die usbekische Verfassung haben hier volle Gültigkeit.
  • Nationalsymbole – Staatswappen, Flagge und Nationalhymne.
  • Verwaltungsgebiete – 14 Distrikte.
  • Währung – Usbekischer So‘m (UZS)
  • Der Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (Baumwolle, Getreide, Viehzucht).
  • Karakalpakstan ist mit anderen Regionen Usbekistans durch Straßen, Eisenbahn und Flugverkehr verbunden.
  • Karakalpakstan hat ein äußerst kontinentales Klima mit trockenen, heißen Sommern und kalten Wintern. Die Niederschlagsmenge ist dabei sehr gering. Die Durchschnittstemperatur liegt im Januar bei -5° bis -8°C und im Juni bei +26° bis +28°C. Im Winter beträgt die niedrigste Temperatur -38°C, während die Maximaltemperatur im Sommer auf bis zu +50°C ansteigen kann. Die Niederschlagsmenge beträgt im Jahresmittel 100 Millimeter.
  • Größte Stadt – Nukus, die Hauptstadt von Karakalpakstan (266.400 Einwohner).
  • Andere Städte sind Khodjeyli (Xo'jayli), Tachiatasch (Taxiatosh), Tschimbai, Beruniy, Turtkul (Toʻrtkoʻl) und Kungrad (Qoʻngʻirot).